Trotz Phasen mit ausgeprägter winterlicher Witterung war der
Januar 2004 etwas zu mild, so war es z.B. in keiner Nacht kälter als
- 10 Grad! Zu Beginn des Monats war es winterlich, mit Glatteisregen wurde dann aber am 6. eine
mildere und teils windige Periode eingeleitet. Zur Monatsmitte setzte sich dann mit
stürmischen Winden (besonders am 14.) Kaltluft durch und es gab Schneefälle,
anfangs teils mit Regen. Ab 23. stellte sich freundliches Winterwetter ein, tags mit
leichtem Tauwetter. Die freundliche Witterung wurde am 31. mit Schneefall beendet.
Der Februar war durch einen Wechsel von kalter und milder Witterung geprägt.
Der Ende Januar gefallene Schnee war im Orlatal in der Nacht zum 1. rasch wieder abgetaut, da der
Monat sehr mild mit Regen begann. Vom 7.-12. gab es eine Periode mit kälterem Wetter,
begleitet von Schneeregen und Schneefall. Zur Monatsmitte setze sich vorübergehend wieder sehr milde
Meeresluft durch und es gab Tauwetter in allen Höhenlagen. Vom 18. bis zum Monatsende
bestimmte dann erneut kältere Luft das Wettergeschehen. Dabei war es teils sonnig,
teils bewölkt, nennenswerten Schneefall gab es in der Region doch keinen.
Der März 2004 begann winterlich und nasskalt: Es gab wiederholt Schneefälle (am
2. 10 cm Neuschnee) gefolgt von Tauwetter, die Sonne zeigte sich nur an wenigen Tagen. Ab dem 12. gab es
eine rasche Wetterverbesserung und einen deutlichen Temperaturanstieg, so dass zur Monatsmitte freundliches
und mildes Frühlingswetter (am 17. 21 Grad!) herrschte. Vom 19. - 25. bestimmte dann ein Tiefdruckgebiet
über Südosteuropa das Wettergeschehen: Es wurde wieder deutlich kälter und teilweise windig,
begleitet von (Schnee-)Regenschauern. Die letzten 5 Tage des Monates zeigten sich dann aber wieder sonnig.
Trotz der Niederschläge zu Beginn des Monats war der März deutlich zu trocken.
Zu warm und deutlich zu trocken, so lässt sich der April kurz
charakterisieren.
Der Monat begann freundlich und mild, ab 5. wurde jedoch eine kühlere und
wolkenreiche Witterungsperiode eingeleitet, Regen fiel aber nur in geringen Mengen.
Direkt nach Ostern, d.h. ab. 14. wurde es vorübergehend wieder sonnig und warm.
Am 19. fiel im Raum Neustadt der ersehnte Regen (etwa 15 mm); damit erfolgte erneut
ein Übergang zu etwas unbeständigerem, aber mildem Wetter. Zum Monatsende gab es
dann aber Sonnenschein und (fast) sommerliche Temperaturen bis 24 Grad. Erstaunlicherweise gab es
im April noch kein Gewitter!
Die erste Maiwoche war extrem niederschlagsreich. In Verbindung
mit wiederholten Schauern und Gewittern fielen bis zum 7. des Monats 73 mm Regen und
damit bereits mehr wie sonst im gesamten Monat üblich. Anfangs war es dabei noch schwülwarm, in
Verbindung mit den Regenschauern wurde es aber allmählich kühler, am 7. gab es im Thüringer
Wald sogar Schneefall. Zur Monatsmitte trat eine Wetterberuhigung ein, es gab nur noch einzelne Schauer
und es wurde insbesondere um Christi Himmelfahrt wieder etwas wärmer. Vom 21.-24. war es erneut
unbeständig mit Schauern und kühl, bevor sich zum Monatsende freundliches und warmes
Wetter durchsetzte; insgesamt also ein sehr wechselhafter und erheblich zu feuchter Mai.
Wer auf beständiges Sommerwetter hoffte, wurde im Juni enttäuscht.
Der Monat war insgesamt nur mässig warm und etwas zu feucht. Über Mittel- und
Nordeuropa ziehende Tiefs gestalteten die Witterung unbeständig mit Schauer und
Gewittern (vor allem am 4., 11./12., 17.-19. und 23./24.). Zwischendurch gab es aber auch
Perioden mit sonnigem und warmen Wetter, vor allem vom 6. bis 10. Juni. Hervorzuheben
war ein für die Jahreszeit kräftiges Tief, welches am 23. und 24. in Deutschland
für windiges Wetter mit teils kräftigem Gewittern sorgte, in Sachsen-Anhalt
gab es sogar ein Tornado, der grosse Schäden anrichtete. Der Schwerpunkt dieser
Gewitter zog glücklicherweise am SOK vorbei, hier gab es keine Schäden.
Der Juli war gekennzeichnet von zahlreichen Schauern und Gewittern, lediglich die
letzte Juliwoche zeigte sich beständig, vielfach sonnig und trocken. Dementsprechend war auch der Juli
erheblich zu feucht und mit 32 Grad lag die höchste gemessene Temperatur des Monats unter den entsprechenden
Werten der Vorjahre; eine Hitzewelle gab es im Juli 2004 nicht. Von den zahlreichen Gewittern waren zwei
besonders heftig: Ein extrem blitzreiches Gewitter zog am Vormittag des 8. über das Orlatal, hierbei
kam es vereinzelt zu (geringeren) Schäden infolge von Blitzeinschlägen. Wesentlich schlimmere Auswirkungen
hatte das Gewitter am frühen Abend des 20.7.: Infolge extrem starken Regens und Hagel kam es im Norden des
Saale-Orla-Kreises sowie in Teilen des Saale-Holzland-Kreises zu Überflutungen und grossen Schäden; so war
die Landesstrasse Neustadt - Kahla mehr als 12 Stunden gesperrt. Das Stadtgebiet von Neustadt
blieb von diesem Gewitter verschont.
Der August 2004 war ein Monat ohne herausragende Ereignisse. Die ersten 10 Tage waren
sommerlich warm und trocken, vom 11.-15. gab es dann eine kühlere Periode mit Regenschauern. Danach lag
Thüringen einige Tage im Bereich einer Luftmassengrenze; es war sommerlich war, aber
überwiegend wolkig mit einzelnen Schauern. Dieser Trend setzte sich dann bis zum Monatsende fort,
jedoch bei leicht sinkenden Temperaturen. Da die auftretenden Regenfälle meist nur leichter
Intensität waren, blieb es im August zu trocken.
Im September war es zunächst spätsommerlich warm und trocken. Eine erste
Periode mit herbstlichen Witterungscharakter gab es vom 10.-14.: Es wurde deutlich kühler und windiger, dazu
gab es bei starker Bewölkung etwas Regen. Zur Monatsmitte setzte sich kurzzeitig wieder freundliches Wetter
durch, bevor es dann ab 19. bis zum Monatsende erneut unbeständiges und teils windiges Wetter gab. Die
letzten 10 Tage waren niederschlagsreich, fast der gesamte Monatsniederschlag war auf diese Periode konzentriert.
Die erste Oktoberwoche zeigte sich spätsommerlich warm mit Tagestemperaturen
bis 25 Grad! Am 8. leitete Regen eine deutlich kühlere, aber weiterhin meist freundliche Witterungsperiode ein,
die bis zum 20. anhielt. Die letzten 10 Tages des Monats waren wechselhaft mit Regen an einzelnen Tagen, aber auch
mit sonnigen Abschnitten. Wiederum war es insbesondere am 21. und 22. ungewöhnlich warm; dies in Verbindung mit
einem nächtlichen Gewitter sorgte fast für Sommerstimmung. Die beiden Perioden mit deutlich zu warmer
Witterung zu Beginn und am Ende des Monates waren die herausragenden Ereignisse im Oktober 2004.
Höhepunkt der Witterung im November war der erste kräftige Schneefall des Winters
am 8. und 9.(in Neustadt 10 cm Neuschnee). Da der Schnee bei Temperaturen um oder knapp über null
Grad fiel, handelte es sich um schweren Pappschnee, der in den Wäldern teilweise erhebliche Schäden
(Schneebruch!) verursachte und vorübergehend auch zu Verkehrsbehinderungen infolge umgestürzter Bäume
führte. Diese winterliche Periode wurde am 6. mit einem kurzen Gewitter eingeleitet und dauerte etwa eine Woche
bis zum 12. an. Danach wurde es erneut milder, teilweise windig und es gab wiederholt Regen, am 20./21. auch wieder
mit Schnee (besonders im Oberland). Zum Ende des Monats hin stellte sich ruhiges, trübes und nasskaltes Novemberwetter
ein. Mit 90 mm Niederschlag war der November erheblich feuchter als normal.
Der Dezember begann recht mild mit nur wenigen Niederschlägen. In der zweiten Woche setzte
sich ruhiges, teils sonniges, teils neblig-trübes Hochdruckwetter durch. Erst nach Monatsmitte kam
wieder Bewegung in die Atmosphäre: Insbesondere im Oberland fiel Schnee, im Orlatal aber teilweise
auch Regen. Unmittelbar vor Weihnachten wurde es vorübergehend freundlich und kalt, die Feiertage
waren aber dann wieder durch nasskalte Witterung mit anhaltenden Schneefällen und Sprühregen
geprägt. Zum Jahresende strömte milde Meeresluft nach Mitteleuropa und die im Orlatal
vorhandene dünne Schneedecke taute ab.
Das Jahr 2004 war insgesamt etwas zu warm und zu feucht. Der Sommer
war durchwachsen, es gab keine ausgesprochene
Hitzewelle. Zu erwähnen sind die besonders niederschlagsreichen Monate Mai und Juli.
Der 20.7. dürfte insbesondere den Bewohnern im Raum Kahla-Hummelshain-Orlamünde in Erinnerung
bleiben: Hier richteten starker Regen und Hagel während eines Gewitters teils grosse Schäden an. Auch die ungewöhnlich warme erste
Oktoberwoche und die Schäden in der Forstwirtschaft infolge intensiven Schneefalls Anfang November (Schneebruch!) gehören zu den
herausragenden Witterungsereignissen des Jahres 2004.