Höhepunkt der Witterung des Januars war zweifelsohne der anhaltende und intensive
Schneefall vom 23. abends bis zum 25. Dabei fielen in Neustadt knapp 40 cm Schnee! Der Saale-Orla-Kreis war
mit einer der vom Schneefall am stärksten betroffenen Regionen Deutschland: Die Region lag aufgrund des
Nordost-Windes im Luv des Thüringer Waldes/Schiefergebirge und die im übrigen Land lediglich in Schauerform
auftretenden Schneefälle stauten sich hier. Zum Monatsende hin kam es zu weiteren leichten Schneefällen und es wurde
allmählich wieder milder, am 31. gab es Tauwetter.
Die ersten drei Wochen des Monats waren weniger ereignisreich: Es war teils sehr mild mit wechselnder Bewölkung und nur
vereinzeltem Regen.
Der Februar 2005 begann mit trübem und mildem Wetter, der Ende Januar gefallene
Schnee taute aber nicht vollständig ab. Zum Karnevalswochenende (ab. 5.) setzte
sich freundliches und kälteres Wetter durch, das bis zum 10. anhielt. Am 11/12.
stellt sich die Wetterlage jedoch komplett um: Auf der Vorderseite eines Tiefs
war es zunächst sehr windig und regnerisch, die Pegel insbesondere der kleinen
Flüsse stiegen rasch an und es gab lokale Überflutungen. Auf der Rückseite des
Tiefs strömte ab 12. Kaltluft nach Mitteleuropa, die bis zum Monatsende das
Wetter bestimmte. Dabei kam es wiederholt zu teils kräftigen Schneefällen und am
Monatsende sogar zu einer weiteren Frostverschärfung. Der Februar war damit
einer der schneereichsten Perioden der letzten Jahre.
Das hochwinterliche Wetter, welches Mitte Februar eingeleitet wurde, setzte sich auch Anfang März fort.
Dabei herrschte aber vorwiegend freundliches Wetter, lediglich am 5. und 6. gab es noch etwas Neuschnee.
Vom 12.-14. stellte sich die Wetterlage um: Die deutlich zu kalte Witterung wurde binnen kurzer Zeit von für die
Jahreszeit deutlich zu milder Witterung abgelöst. Dabei kam es am 12. nochmals zu Schneefällen, ab 14. setzte dann
aber intensives Tauwetter ein; die Höchsttemperaturen erreichten Mitte des Monats 14°C! Aufgrund der raschen
Schneeschmelze gab es an kleinen und mittleren Flüssen erneut lokale Überflutungen, aber ohne größere Schäden.
Diese milde, aber leicht unbeständige Witterung setzte sich bis zum Monatsende fort, wobei der 21. und 22.
mit Tageshöchsttemperaturen bis 19° C am mildesten waren.
Der April war deutlich zu trocken; insgesamt fielen nur 15 mm Niederschlag, d.h. nur etwa
25% des Normalwertes! Dabei war es vorwiegend wolkig, aber eben ohne viele Niederschläge. Diese traten überwiegend in
Schauerform auf (6.-9., 14.-16. sowie ab 25.). Perioden mit ausgesprochenem sonnigen Wetter gab es im April
nicht. In einigen klaren Nächten gab es leichte Fröste. Am Ende des Monats strömte dann feuchtwarme Luft nach Deutschland
und es gab erste schwache Gewitter in der Region.
Der Mai zeigte sich sehr wechselhaft und war insgesamt etwas zu feucht. Der Monat begann mit zwei freundlichen und
sehr warmen Tagen. Danach bestimmte jedoch kühle Luft das Wetter über die Monatsmitte hinaus. Es kam fast täglich zu
Schauern und Gewittern, teils mit Graupel und Hagel (Hagel z.B. am 6.). Zur Monatsmitte traten zudem nochmals leichte Bodenfröste auf.
Ab 19. Mai wurde es deutlich wärmer, aber es gab weitere Schauer, am 23. auch anhaltenden Regen. Vom 24.-29. stellte sich
schließlich eine Periode mit sonnigem und warmen Wetter ein; am 29. war es mit 35 Grad für einen Maitag außergewöhnlich heiß.
An den letzten beiden Tagen wurde es wieder unbeständig und kühl.
Wechselhaft, so könnte man den Juni kurz aber treffend charakterisieren. Wiederholt zogen Fronten von Tiefdruckgebieten
mit Schauern und Gewittern über Mitteleuropa, die auf der Vorderseite sehr warme, nach Durchzug aber kühle Luft heranführten. Nur zur Monatsmitte
konnte sich höherer Luftdruck mit stabilerem Wetter durchsetzen. Der Monat kann wie folgt grob gegliedert werden:
1.-8. unbeständig, Regenschauer und mit Ausnahme des 3. kühl; 9.-13. freundlicher, nur mäßig warm; 14.-20. heiter, teils wolkig, sommerlich warm;
21.-24. schwül mit Schauern und Gewittern, teilweise heiß (Nacht zum 22. schwere Gewitter u.a. im Raum Naumburg/Saale); 25.-30. unbeständig
mit Regen/Schauern und kühler, am 27. und 28. jedoch vorübergehend sehr warm.
Auch der Juli war durchweg leicht unbeständig. Zu den herausragenden Ereignissen zählte die extrem schwülheiße Witterung, welche vom 27.-30.
andauerte. Hohe Luftfeuchte in Kombination mit Temperaturen bis 35 Grad sorgten für die Entstehung heftiger und ungewöhnlich blitzreicher Gewitter.
Zwar gab es an diesen Tagen auch im Saale-Orla-Kreis kräftige Gewitter, die eigentlichen Unwetter traten jedoch weiter östlich auf.
Im Übrigen war der Witterungscharakter des Julis mit dem des Junis vergleichbar, d.h. Perioden mit kühlerem Wetter und Schauern/Gewittern wechselten sich mit Perioden mit
Sonnenschein und Sommerwärme ab.
Die erste Augusthälfte war alles andere als sommerlich: Am Rande eines sich immer wieder regenerierenden Tiefs über Skandinavien strömte kühle Meeresluft nach Thüringen.
Dabei war es meist stark bewölkt mit wiederholten Regenschauern und einzelnen Gewittern; nur an wenigen Tagen stieg die Temperatur über 20 Grad! Ab 17. trat jedoch eine zögernde
Wetterbesserung ein, es gab einige sonnige Abschnitte und steigende Temperaturen, am 22. war es aber nochmals regnerisch. Ab 23. kam schließlich der Sommer mit heiterem Wetter
und Temperaturen bis 29 Grad zurück.
Der September war insgesamt geprägt von spätsommerlichem und ungewöhnlich warmem Wetter. Bis zum 9. war es freundlich und sommerlich warm mit Temperaturen bis 30°C (1.9.)! Am
10. wurde jedoch mit Schauern und Gewittern eine unbeständigere und etwas kühlere Witterungsperiode eingeleitet, die ca. eine Woche anhielt.
Ausgesprochen unfreundlich war es aber auch zu dieser Zeit nicht. Auf der Vorderseite kräftiger Tiefdruckgebiete über dem Atlantik strömte dann vom 18.-25.
wieder warme Luft aus Südwest heran, dabei war es meist heiter und trocken. Die letzten Tage des Monates zeigten sich jedoch wieder wolkiger mit Regenschauern.
Dabei war es nicht mehr ganz so mild.
Erheblich zu warm war auch der Oktober. Die ersten drei Tage waren zwar noch bewölkt mit Regen und kühl, doch dann bestimmte bis zum 19. ein Hochdruckgebiet das Wetter. Nach Auflösung
von Frühnebel war es dabei sonnig und mit Temperaturen bis 20 Grad fast spätsommerlich warm. Am 15. drehte der Wind aber auf Nordost; damit wurde es kühler, nachts traten die ersten
leichten Fröste auf. Vom 20.-25. war es vorübergehend unbeständig mit etwas Regen und teilweise windig, aber mit Temperaturen bis 18 Grad erneut sehr mild. An den letzten Tagen des Monats gab
es wieder strahlenden Sonnenschein bei ungewöhnlich hohen Temperaturen bis 20 Grad!
Der November begann, etwas übertrieben ausgedrückt, spätsommerlich und endete frühwinterlich. Die milde Witterung, die bereits im September und Oktober vorherrschte, setzte sich bis
zum 14. fort. Abgesehen von den ersten vier Tagen, als es bei trübem Novemberwetter etwas Regen gab, war es vielfach sonnig und insbesondere um den 10. extrem mild (bis zu 16°C). Mit dem Durchgang
einer Kaltfront am 15. wurde eine wesentlich kühlere Witterungsperiode eingeleitet. Am 18. fiel der erste Schnee, im Orlatal noch mit Regen vermischt; auch die darauf folgenden Tage waren nasskalt
mit Sprühregen und etwas Schnee. Am Ende des Monats wurde es freundlicher bei Temperaturen um null Grad. Ostthüringen blieb dabei von den sehr ergiebigen Schneefällen über Nordwestdeutschland verschont.
Der meteorologisch gesehen ereignisreichste Tag im Dezember war der 16.
Im Zusammenhang mit einer Kaltfrontpassage kam es in den Mittagsstunden zu kurzen Gewittern,
begleitet von Regen, Graupel und schweren Sturmböen. Besonders im Oberland gab es große Schäden
durch umgestürzte Bäume. Ereignisreich, wenn auch weniger dramatisch, war es zwischen Weihnachten und Neujahr,
bildete sich doch nach mehreren Tagen mit Schneefall eine gut 10 cm hohe Schneedecke aus. Die erste Monatshälfte
zeigte sich hingegen relativ ruhig und überwiegend mild.
Insgesamt war das Jahr 2005 etwas zu warm und hinsichtlich des gefallenen Niederschlages in Neustadt (Orla) etwa normal. Neben den relativ schneereichen Spätwinter bleibt sicher auch der sehr wechselhafte
Sommer in Erinnerung: So gab es sehr kühle Perioden vor allem im August, aber auch heiße Witterungsabschnitte, so z.B. die extreme Schwüle Ende Juli. Herausragend war auch der deutlich zu warme Herbst,
u.a. mit Temperaturen bis 20 Grad Ende Oktober! Mitte Dezember gab es einen weiteren Höhepunkt im Wettergeschehen der Region, als Sturmböen teilweise große Schäden verursachten.