Wetterdaten 2007

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zur aktuellen Witterung. Alle Angaben/Messwerte beziehen sich auf Hobby-Wetterstation in Neustadt an der Orla. Die Stadt befindet sich im Osten des Freistaates Thüringen und liegt etwa 300 m über dem Meeresspiegel. Aus Zeitgründen umfassen diese Angaben nur Temperatur, Luftfeuchte und Niederschlagssumme.

Falls Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie bitte eine Email.



Daten zur Witterung in Neustadt (Orla) 2007

Monat Niederschl.summe Temperaturminimum Temperaturmaximum
Januar 43 mm -11° C 13° C
Februar 37 mm -2° C 12° C
März 57 mm 0° C 18° C
April 5 mm -1° C 27° C
Mai 112 mm 3° C 31° C
Juni 143 mm 11° C 31° C
Juli 94 mm 11° C 36° C
August 116 mm 6° C 29° C
September 151 mm 4° C 24° C
Oktober 20 mm 1° C 22° C
November 74 mm -2° C 11° C
Dezember 29 mm -9° C 12° C

Monatssummen Niederschlag Neustadt (Orla) 2007 (blau)
Als Vergleich (graue Linie): Langjähriges Monatsmittel Gera

Höhepunkt der Witterung im Januar war der Sturm "Kyrill" am 18., der auch im Orlatal für erhebliche Schäden sorgte. Die erste Monatshälfte war sehr mild. Zur Monatsmitte leitete sehr windiges Wetter eine kältere Witterungsperiode ein, richtiges Winterwetter mit Schneefall gab es aber nur zwischen 24. und 26.

Die sehr milde Witterung setzte sich auch im Februar fort. Hierbei war es oft feuchtmild mit vielen trüben Tagen mit leichtem - mäßigem Regen. Außergewöhnlich ist die für einen Wintermonat extrem hohe Minimumtemperatur: Kälter als -2 Grad war es an keinem Tag! Selbstverständlich konnte sich unter diesen Bedingungen keine Schneedecke ausbilden.

Ein kurzes, aber kräftiges Spätwinterintermezzo gab es Mitte März: Am 17. leitete eine Kaltfront eine deutlich kühlere Witterungsperiode ein. Nachfolgend bildete sich ein Tief über Mitteleuropa und es gab insbesondere am 22. kräftigen Schneefall mit über 10 cm nassen Neuschnee im Orlatal. Diese etwa eine Woche andauernde nasskalte Witterungsperiode war aber die Ausnahme, sonst war der Monat nämlich freundlich und sehr mild.

Der April wird vor allem aufgrund der extremen Trockenheit und des vielen Sonnenscheins in Erinnerung bleiben. Hierzu war es, wie bereits seit Monaten, wärmer als normal. Lediglich zu Beginn des Monats dominierten Wolken und kühleres Wetter. Nach langer Trockenheit fiel am 25. endlich etwas Regen.

Auch der Mai war wesentlich zu warm, aber im Unterschied zum Vormonat erheblich zu feucht. Besonders zwischen 20. und 28. bestimmte schwülwarme Luft die Witterung und es kam häufig zu teils unwetterartigen Gewittern. Das Stadtgebiet von Neustadt blieb aber verschont, hier gab es nur kräftigen Regen.

Temperatur und Luftfeuchte im April und Mai 2007 in Neustadt (Orla)
rote Linie = Tagesmittel Temperatur, grüne Linie = Tagesmittel relative Luftfeuchte, gestrichelt rot = Monatsmitteltemp. Gera laut Klimareihe 1961-1990 zum Vergleich



Auch für die Charakterisierung des Junis muss wieder das Wort "extrem" benutzt werden: Mit 143 mm Niederschlag war es der seit Jahren regenreichste Monat in Neustadt (Orla). Allein am Abend des 15. fielen in Verbindung mit Gewittern über 50 mm, was zu Überflutungen an Flüssen und Bächen führte. Im Zusammenhang mit häufigen Luftmassenwechseln (siehe auch Temperaturkurve) gab es weitere Regenfälle; insgesamt war es aber wieder zu warm.

Höhepunkt der Witterung im Juli war die kurze, aber intensive Hitzewelle zur Monatsmitte, die am 16. mit 36 Grad kulminierte. Der Witterungscharakter zeigte sich ansonsten wechselhaft mit häufigen Schauern und Gewittern.

Der August war der vierte Monat infolge mit erheblich zu feuchter Witterung! In feuchtwarmer Luft konnten sich immer wieder teils mit Gewittern durchsetzte Regenschauer bilden, die binnen kürzester Zeit große Regenmengen verursachten (vor allem zwischen 6.-9.). Ebenso erwähnenswert ist die Tatsache, dass es keinen heißen Tag (d.h. Temperaturmax => 30°) gab. Auch gab es nur wenige Tage mit wirklich sonnigem Wetter.

Temperatur und Luftfeuchte während der Sommermonate 2007 in Neustadt (Orla)
rote Linie = Tagesmittel Temperatur, grüne Linie = Tagesmittel relative Luftfeuchte, gestrichelt rot = Monatsmitteltemp. Gera laut Klimareihe 1961-1990 zum Vergleich

Der September 2007 wird vielen in Erinnerung bleiben: Ein Tiefdruckgebiet zog am 28. über Ostbayern und Westsachsen nach Norden und sorgte u.a. in Ostthüringen für ergiebigen Dauerregen. Dabei fielen innerhalb von 24 Stunden über 40 mm Niederschlag in Neustadt, d.h. soviel wie normalerweise im gesamten Monat! Da auch die Tage zuvor schon regnerisch waren, konnte der Boden kaum noch Wasser aufnehmen und es kam u.a. entlang der Orla und ihrer Nebenflüsse zu Überschwemmungen. Besonders betroffen waren Dreitzsch und Neunhofen. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass dieses Hochwasserereignis mit zu den zehn schwerwiegendsten der letzen 80 Jahren gehört (gemessen am Durchfluss m3/s). Zum Mittag des 29. zog das Regengebiet nach Norden ab und die Lage entspannte sich rasch. Insgesamt fielen im September über 150 mm Regen, d.h. das Dreifache des Normalwertes!

Nach mehreren extrem nassen Monaten infolge war der Oktober zu trocken. Die erste Monatshälfte war durchaus noch freundlich und warm, ab Monatsmitte dominierte jedoch kühle und wolkenreiche Witterung. In der Nacht zum 20. gab es den ersten Schneeregen der Saison.

Der November zeichnete sich hauptsächlich durch zu feuchte Witterung aus. Der Niederschlag fiel im Orlatal meist als Regen, im Oberland dagegen vorübergehend als Schnee.

Der Dezember kann in drei Witterungsperioden untergliedert werden: Die erste Monatshälfte war mild, teilweise windig mit häufigem, meist leichten Regen. Zur Monatsmitte setzte sich trockenes, kälteres und zu Nebel neigendes Hochdruckwetter durch. Ab Weihnachten sorgten schwache Tiefausläufer für etwas Schnee, insgesamt war es dann nasskalt.

Temperatur und Luftfeuchte September 2007 in Neustadt (Orla)
rote Linie = Tagesmittel Temperatur, grüne Linie = Tagesmittel relative Luftfeuchte, gestrichelt rot = Monatsmitteltemp. Gera laut Klimareihe 1961-1990 zum Vergleich

Das Jahr 2007 wird hauptsächlich durch zwei Ereignisse in Erinnerung bleiben: Sturmtief "Kyrill" sorgte am 18.1. für große Schäden in ganz Deutschland und auch im Orlatal. Sieben Monate später, im September, gab es wiederum teils große Schäden, diesmal jedoch durch Hochwasser. Der September war der vierte Monat infolge mit erheblich mehr Niederschlag als normal. Ein Tief über Deutschland brachte dann am 28./29.9. das Fass zum überlaufen.


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